wenn Ihr gerade die schmerzhafte Nachricht bekommen habt, dass Euer Kind gestorben ist oder eine schwere Krankheit hat, kann Euch das völlig durcheinanderbringen. Viele Menschen fühlen in dieser Situation Schock, Angst und große Traurigkeit. Dann ist es schwer, Informationen aufzunehmen oder Entscheidungen zu treffen. Ihr müsst aber nichts überstürzen – nur wenn es medizinisch dringend nötig ist.
Nicht immer muss sofort eine Ausschabung gemacht werden. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, über die Ihr sprechen und zu denen Ihr Fragen stellen könnt. Eine eingeleitete Geburt kann mehrere Tage dauern.
Viele betroffene Eltern sagen, dass genügend Zeit und Ruhe ihnen geholfen hat, das Geschehene besser zu verstehen. Es kann Euch und Eurer Trauer helfen, Erinnerungen und kleine Andenken an Euer Kind zu schaffen.
Die kurze Zeit, die Ihr mit Eurem Kind habt, ist wertvoll und nicht zu wiederholen. Nutzt diese einmaligen Momente.
Unter „Hilfen für betroffene Eltern“ findet Ihr Anregungen, die Euch helfen können, Euren eigenen Weg zu finden. Vielleicht spürt Ihr dabei, welche Rituale oder kleinen Gesten Euch guttun. Euer Kind ist einzigartig – egal wie klein es ist. Auch nach einer Ausschabung/Abrasio könnt Ihr manches davon umsetzen. Wichtig ist, dass Ihr den Weg findet, der für Euch und Eure Familie richtig ist.
Wenn Ihr über einen Schwangerschaftsabbruch nachdenkt, findet Ihr in der Broschüre „Schlechte Nachrichten nach vorgeburtlicher Untersuchung“ neutrale und hilfreiche Informationen. Ihr könnt sie auf www.vpah.de anschauen, herunterladen oder bestellen.
Nehmt Euch Zeit, über alles gut nachzudenken. Niemand darf Euch drängen oder überreden. Nur Ihr könnt die richtige Entscheidung für Euch und Euer Kind treffen.
Eine palliative Geburt/ Entbindung und Begleitung ist eine Möglichkeit, wenn Euer Kind schwer krank ist und nur kurze Zeit leben wird. Dabei trägst du dein Kind aus und lässt es selbst entscheiden, wann es geht.
Geschwisterkinder spüren Eure Gefühle. Erklärt ihnen in einfachen Worten, was passiert ist, und lasst sie selbst entscheiden, ob sie ihr Geschwisterchen sehen möchten. Bereitet sie darauf vor, wie das Baby aussieht, besonders bei Fehlbildungen. Versichert, dass es keine Schmerzen hatte und niemand Schuld an seinem Tod trägt.
Du hast während der ganzen Schwangerschaft und nach der Geburt Anspruch auf Hebammenhilfe – auch bei einem medizinischen Abbruch.
Wählt eine Klinik, der Ihr vertraut. Sprecht dort offen über Eure Wünsche. Ihr dürft Eure Entscheidungen jederzeit ändern oder rückgängig machen.
Fragt nach, was nach der Geburt oder der Ausschabung mit Eurem Kind passiert und welche Bestattungsmöglichkeiten es gibt. Ihr habt ein Recht auf alle Informationen. Ihr findet diese auch unter „Infos und Angebote“.
Wenn Ihr Fragen habt oder Hilfe braucht, meldet Euch jederzeit bei uns.